Osterprozession nach Bilbao 

Anja am Morgen vor dem Kircheneingang in Gernika
Yeah! Jede Menge zu entdecken aus dieser Sichtweise

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz nach Aufbruch von der Jugendherberge, machen wir einen kurzen Stopp an der Kirche.

Wir wandern mit mäßiger Bewölkung, was es einfach macht viel Strecke zu machen. Hier mal ein Foto von meiner perspektive als “tragende” Säule. Ansonsten schläft der Kleine überwiegend zufrieden.

Nette Pilger Gemeinschaft bei der Mittagspause

Danach wird es logistisch anstrengend.

Alle Unterkünfte von Gernika nach Bilbao sind ausgebucht. Von daher entscheiden wir den Bus von Lezama nach Bilbao zu nehmen, um uns entspannt von der Touri-Info dort beraten zu lassen.

 

Aber auch in Bilbao selber sind alle Hotelzimmer in der Innenstadt ausgebucht. In der Touristeninfo gibt es eine Liste, die man durchtelefonieren kann. Eigentlich will ich lieber eine Person, die mir eine Lösung anbietet. Mumpf.

Immerhin konnte ich einem Mitpilger helfen, der genauso planlos wie wir waren, indem ich bei der privaten Herberge nachfrage, ob er noch unterkommen kann.

Ok, Beten und in Aktion gehen.

Ich mach mich auf zum nächsten Hotel und frage dort – Hier wird sich so bemüht, wie ich es mir von der Touristen-Info gewünscht hätte. Nach fünf Telefonaten von Diego, dem concierge haben wir ein Zimmer in einer ehemaligen Arbeitervorstadt 8 km vom Zentrum entfernt.

  • Ort: Bilbao
  • Unterkunft: Novotel
  • Kosten: 135 € im DZ mit Badewanne und Luxusfrühstücksbuffet ;0)

 

Basken, Picasso und Jugendherbergen

Nach einer wundervoll harmonischen Landschaft kommen wir an unser heutigen Etappe in Gernika an. Eine tolle Stadt, die auf liebevolle Art die Geschichte Basken repräsentiert. Sehr zu empfehlen in diesem Zusammenhang das Baskische Museum (Museo Euskal Herria). Für Pilger ist der Eintritt günstiger.

Aus Müdigkeit entscheiden wir, direkt am Ortseingang in der Jugendherberge unter zu kommen. Wir trauen uns das erste mal wieder in ein Mehrbettzimmer (4er Zimmer). Wider erwarten schläft Jonathan besser als alle anderen Nächte davor.

Wir nähern uns dem Osterfest, was für die Spanier scheinbar wichtiger als bei uns Weihnachten ist. In der Semana Santa sind alle Spanier wandernd unterwegs. Gründonnerstag ist auch schon Feiertag, wir finden zum Glück noch einen Metzger der uns mit Proviant für den Freitag versorgt. Es kann also munter weiter gehen Richtung Bilbao!

  • Ort: Gernika
  • Unterkunft: Jugendherberge Done Jakue Bidean
  • Kosten: 18 € pP inkl. Frühstück im 4er Zimmer

Gründonnerstag nach Gernika

Picassos Bild zu/über diese Stadt

Ziel erreicht: Das berühmte Duplikat von Picasso in der Stadt von der es 1934 inspiriert war …

 

 

 

Sehr nett, wir haben ein Frühstück im 19. Jhd Stil nur für uns.

 

Aber fangen wir von vorne an.
Zunächst starten wir mit einem schönen Frühstück a la Herrenhaus-Stil.

 

 

 

Der erste Hügel auf dieser Strecke – Kurz nach Sonnenaufgang

 

Danach erneut schöne Landschaftseindrücke in der Morgendämmerung.

 

 

 

 

Auch auf diesem Weg tolle Wegführungen und Eindrücke, hier die Passage über eine historische Brücke: Continue reading “Gründonnerstag nach Gernika”

Starten im Paradies

Nachdem wir gestern bei einer traumhaften Privatherberge am Rand von Markina, einem wunderbar sanierten alten Gutshof ankamen starten wir mit einem guten Tip von Herbergsvater Joaquin. Auf halber Strecke der nächsten beiden Etappen (bei Munitibar) gibt es ein Hotel. Wir können aufatmen, denn unsere Diskussion, ob eine Etappe zu kurz, aber beide zu lang sind ist damit hinfällig. Der gute Mittelweg hat sich gefunden!

Abschied vom sehr Babylieben Hofhund

 

Fluss, Berg und Mammutbaum

Ein großartiger Start der heutigen Etappe.

Ein fast naturbelassener Fluss mäandriert links von uns, ein schöner Start und anschließend ein sanfter Aufstieg in die Berge.

Ein seltener Anblick: ein natürliches Wehr.
Etwas verschwitzt, aber zufrieden. Jonathan hängt vorne. Der Mammut läuft immer vorweg.

 

Wie fast immer dem baskischen Holzwegweiser folgen …

 

 

Liebe zum Detail, man beachte die Muschelsymbolik, sowie das Kreuzritter-Emblem.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir passieren ein Kloster und nehmen uns kurz Zeit einen genaueren Blick darauf zu werfen.

Auf  Empfehlung von Joaquin (unserem Herbergsvater vom Vortag) buchen wir im Landhotel Garro ein, dass 1km vor Munitibar liegt und sind auch hier positiv überrascht. Es erwartet uns ein Herrenhaus im alten Stil, dass Doppelzimmer ist sicher günstiger und uriger, als das was der Kollege in der Herberge neben dem Kloster (Gasthaus Ziortza-Beitia) zum selben Preis anbietet, zusätzlich konnten wir damit ein paar mehr km an diesem Tag zurücklegen.

Der Hotelbetrieb scheint hier eher nebenberuflich zu passieren (spätere Meinung: der Hotelier hat das Geschäft von seiner Mutter übernommen und er läuft lieber die Berge hoch und runter, anstatt auf Festnetzanrufe zu warten … ;-)).

Von daher die Überlegung: Wer von Xemaia startet und gerade keine Lust auf die Herberge in Munitibar hat, hier die Telefonnummer des Landretxia mit spanischer Vorwahl 003494616136

Ansonsten läuft man auch direkt daran vorbei.

Nach dem Einchecken laufen wir laufen ins Dorf Munitibar und genießen dort den jetzt schon von zwei Personen empfohlenen Jamon in der
Taberna Ondamendi.

Der beste Jamon de Serrano auf der ganzen Strecke

Zurück im Landretxia nutzen wir die Obstbaumwiese vor dem Anwesen und lassen den Kleinen Löwenzahn pflücken (s.a. Blog-Eintrag von Anja hierzu).

Das Anwesen hat eine eigene Quelle und das Leitungswasser ist trinkbar und zusätzlich chlorfrei. Wir sind auch die einzigen Gäste hier.

Unser Zimmer

 

  • Ort: 1km vor Munitibar
  • Unterkunft: Garro Landetxea telf: 003494616136
  • Kosten: 55 € im DZ

 

 

 

Videoeindruck vom Fluß Continue reading “Fluss, Berg und Mammutbaum”

Camino solo

Schöne Waldwege und leichte Berge sind heute zu entdecken

Heute lauf ich die Tagesetappe alleine und Anja kommt später mit dem Bus nach. Ohne zusätzliches Baby-Gewicht und keinerlei Abstimmungsbedarf wander ich nach dem Frühstück in der Pension los. Die ersten Höhenmeter laufen super. Tolle Wald- und Bergeindrücke.

Sehr guter Nebeneffekt, die Verspannung im linken Knie löst sich einfach wieder auf und ich kann wieder ganz normal gehen.

Ausgewiesenes Naturschutz-, bzw. Biosphärengebiet

 

 

Ansonsten lerne ich Jacobo kennen der die Strecke mit sehr viel Gewicht und Zelt absolviert.

Später kommen noch zwei Musikstudenten aus San Sebastian hinzu.

Landschaftlich schöne Tour in angenehmer Gesellschaft.

 

Abends das Abschlussbier in einem netten Café am Platz in der Nähe des Nonnenkloster in Xemein, Anja holt mich am Ende der Etappe ab.

Jacobo, Anja und Jonathan. Treffen in Xemein wieder zusammen.
private Herberge in Xemein. Tolles Doppelzimmer; Einrichtung nach unserem Geschmack

Wir haben eine tolle Unterkunft in der privaten Albuerge Intxsaupe. Das Doppelzimmer übertritt unsere Erwartung. Wer als Paar unterwegs ist oder sich spontan auf dem Camino kennengelernt hat sollte dort einchecken.

 

 

Ansonsten ein sehr gutes Menu del Peregrino und das beste Frühstück bisher : “guter Käse und hausgemachten Marmelade.”

Der einladene Garten von Intxsaupe
  • Ort: Markina-Xemein
  • Unterkunft: Intxauspe Landetxea
  • Kosten: 50€ im DZ

Auszeit zu Zweit

Heute gönne ich mir mit Jonathan eine Auszeit. Die Etappe von Deba bis Markina ist zu weit und hoch. Jan läuft alleine und wir zwei testen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Bustickets für Babys 0,- €
Kirchentür in Deba

 

 

 

 

 

 

 

Kinder bekommen ein extra Ticket! Vorher schauen wir aber noch die Kirche in Deba an.

Dank meiner Unaufmerksamkeit wandern wir doch noch ein Stück. Habe die Wechselhaltestelle verpasst. so sehen wir noch mehr Küste und in Ondarroa werde ich an Sydneys Harbour Bridge erinnert. Natürlich in Miniaturformat.

Brücken a la Australia

Roter Weg oder gelber Pfeil?

Wie so oft ein provisorischer Wickeltisch auf einem Bartisch. Als Unterlage dient meine Woolpower-Jacke.

Nach einem Zwischenstopp in Zumaia entscheiden wir noch bis nach Deba oder ggf. kürzer zu wandern, da es erst 11h war und die Hafenstadt im Nebel wenig einladend wirkte.

In Elorriaga gibt der Küstenwanderführer an, dass es eine alternative Route zum offiziellen Weg an der Küste gibt.

Diese ist zusätzlich auch im Ort beschrieben, hier die Detailkarte am Weg.

gelber Jakob, der weite Schwenk ins Landesinnere – rote Küste auf und ab auf schwierigeren Pfaden

Der Wanderführer empfiehlt die Route nur nach reiflicher Überlegung zu machen. Totaler Blödsinn. Die Überlegung sollte wie folgt sein: In der Dorfkneipe ein Bier trinken und sich die Panoramafotos dieses Wanderwegs an den Wänden anschauen. Anja will lieber den offiziellen laufen, da weniger Streß, bzw. strapaziös.

Mein Vorschlag: Einmal an den Anfang des roten Wegs laufen und vorfühlen.

Danach kommt sie begeistert wieder, viel schönere Aussichten als auf der Teerstraße. ¡Venga!

Roter weg oder gelber Pfeil. Welcher Weg ist Dein eigener?

 

Unser Weg: DEBA über die Küste

Wir nehmen den etwas versteckter markierten roten Weg und sind nur mit Basken unterwegs und voll begeistert.

leicht bewölkt, trotzdem fantastisch eröffnet sich Anja mit Jonathan in der Trage der Küstenblick
50 bis 100 Mio Jahre Erdgeschichte in diversen Faltungen

Empfehlenswerter Doku zum Baskenland, die in den ersten acht Minuten genau diesem geologischen Ausschnitt erläutert.

Schottland oder Spanien? Die Faltungen nochmal von oben.
Der Wanderweg direkt an der Steilküste entlang am Weidezaun

Noch zwei Detail-Hinweise zum Wanderführer:

  1.  Der Weg Richtung Eisenbahntunnel und wieder über die Wiese hoch ist eher umständlich (S. 76) und für mich auch eher verwirrend beschrieben. Aktuell waren die Markierung gut und einleuchtend von daher orientiert man sich besser an den Weidezäunen und den darauf gemalten rot-weißen Markierungen, dann kommt man etwas höher an der dann wieder beschriebenen Betonpiste an.
  2. Die etwas schwierigere Stelle, die der Wanderführer beschreibt ist m.E.  leicht. Ich vertraue auf die langjährige Beziehung zwischen mir und meinem Wanderschuh-Hersteller, sowie den lokalen Wanderfreunden, die den bei Regen sicherlich sehr rutschigen Anstieg zusätzlich rechts mit Steinen gesichert haben. Das im Buch erwähnte zusätzliche Seil existiert allerdings nicht mehr. Auch diese Info hatte mich eher verwirrt als geholfen, visualisiert hatte ich hier einen mit Seil gesicherten Klettersteig, es handelt sich aber einfach nur um einen kurzen steilen Anstieg, der bei Nässe, Unachtsamkeit und schlechtem Schuhwerk zu einem Hindernis werden kann.
Abstieg an einem Seil bis zur Küste

Darf’s ein bisschen mehr Abenteuer sein? Beim zweiten oder dritten Panoramablick kann man an einem Seil an den unteren Küstenrand gelangen. Ohne Rucksack und Jonathan würde Anja sofort runterklettern. Mir reicht das anschauen von oben, ich spar lieber meine Kraft, da ich mit so einer Stelle im späteren Wanderverlauf noch rechne (s.o. 2. Hinweis).

Hier das Video von dieser Stelle. Continue reading “Roter Weg oder gelber Pfeil?”

Der frühe Vogel meidet die Hitze und macht Mittagspause bei der heiligen Barbara

Das erste Mal gewonnen! Wir sind per Wecker eher wach als Jonathan und können uns in Ruhe vorbereiten

Anja und Jan sind früher wach als Jonathan und trinken Kaffee mit ursprünglich koreanischen Pilger kurz vor Sonnenaufgang. Yay. Anja benutzt einen selfie-stick!

 

Gute Laune in guter Gesellschaft

 

Early bird Frühstück mit netten Koreanerinnen. Erneute Premiere: Das ertste Mal diesen albernen Selfie-Stick benutzt und leider für solche Zwecke als nützlich eingestuft. Zusatz-Info: Man beachte die schöne Sonnenaufgangsstimmung

 

Bei Sonnenaufgang haben wir schon den Fluss gekreuzt und sind auf der anderen Anhöhe. Sonnenaufgang über dem Fluss

Auf der anderen Seite des Flusses von Orio – Immer noch tolle Morgenstimmung
Die Morgenstimmung spiegelt sich auch bei Anja wieder. Das erste Mal bei der Tour trägt Sie Jonathan und ich kann enspannter mitwandern …
Eine Frau, ein Kind, ein Wanderrucksack und: ein kilometerlanger Strand!

Anja nimmt diesmal Jonathan, um mein Knie zu schonen. Ich hab zumindestens die schwereren Gepäckstücke im Rucksack. Anja hat trotzdem noch 10 Kilo im Rucksack.

Wie empfohlen gehen wir bei Zarautz über den Strand und zwar vom Camping-Platz oberhalb kommend.

Es ist zwar nur eine kleine Panaroma-Optimierung, aber die hat sich schon gelohnt, da man die befahrene Straße meidet.

Strand wohin man schaut

Die Fußballspiele am Sonntag mit Musik und Moderation

Hier weicht der Wanderführer erstmal explizit und aus guten Grund von der Route ab. Die Beschilderung ist mau, manchmal werden alternativ Routen mit C.A. (Camino alternativo) bezeichnet. In diesem Fall aber nicht und wir orientieren uns an der Detailkarte im Wanderführer.

Wir sind froh bei dem Wetter nicht unten an der befahrenen Küstenstraße zu laufen und steigen, wie im Buch empfohlen, weiter über die historischen Pflastersteine zur Kirche Santa Barbara (komisch hier sind wieder Markierungen und eine Hinweistafel, auf den historischen Jakobsweg genau über diese Steine.

Die Aussicht oben schön und es gibt Schatten hinter der Kirche.

Wir raste ausgiebig und hören den Siegeshymnen der Strand-Veranstaltung zu.

Danach ziehen wir weiter nach Askizu, wo Rosa netterweise für uns das letzte Doppelzimmer reserviert hat (Semana Santa).

Last not least, ein schöner Blick auf die schon gemeisterten Küstenabschnitte – Wow, soviel schon zusammen geschafft, das macht Mut!

Kaum vorstellbar, hinten im Wolkenfeldl 45 km entfernt liegt der Jaizkibel Pass
  • Ort: Askizu
  • Unterkunft: Agote Haundi (privates Landhaus) Tel.: 943140455
  • Kosten: 30€ im DZ inkl. Frühstück

¡Sabado es Sabbat!

Jonathan und Jan gemeinsam im Altantik. Auch Jonathan steckt den Fuß ins Meer, eigentlich Premiere, deshalb hier das Beweisfoto
Kata-Übung im Garten von Rosa – inkl. Baby

 

 

 

 

 

Mein Knie ist über Nacht nicht besser geworden und wir fragen nach, ob wir eine Nacht länger bleiben können. Das geht klar und Anja macht auf der Wiese Karate Übungen mit Baby. Auf dem Bild oben im grünen Beutel.

Meine Bewegung dokumentieren wir heute lieber nicht. Ich humpel wie ein lahmer Gaul, der eigentlich am Stock gehen müsste.

Immerhin schaffen wir es mit viel Geduld und Kaffee-Pausen bis zum Strand runter nach Orio.

Heute fühlen wir uns wie die anderen Touristen am Strand und genießen den Atlantik.

 

Die Kata Übung von Anja als Video: Continue reading “¡Sabado es Sabbat!”