> 30 km nach 12h – der Pilgermagnet Güemes …

… oder maximale horizontale Leistung.

1h nach Sonnenaufgang, an dem Strand von Laredo wollen schöne Muscheln in dem Rucksack mitgenommen werden.
Jonathan und ich auf dem komplett alternativen Wanderweg ab Noja

 

Heute klare Rebellion gegenüber der Übermacht von gelben Pfeilen! Wir nehmen ab Noja die im Reiseführer beschriebene alternative Route. Steinmauer als Feldbegrenzung und ein Blick auf eine Gezeiten Mühle inkl. perfekter Wetterlage lassen uns bis 19:30h durchlaufen.

Schwemmland und Mühle mit rotem Dach.
Eremitage kurz vor Güemes.
… aktuell mit einer Ausstellung von gesammelten Pilger Werken

Pilgergeschichten die Beeindrucken! Aus Trondheim in Norwegen. Mit drei Kindern im Schlepptau. Alleine mit Baby oder gar mit Rollstuhl – Wir finden unsere Leistung gar nicht mehr so außergewöhnlich. Egal, es ist ja unser ganz eigener Familienweg!

 

Pilgerer und Missionar. Eine angenehme Kombination

Damit kommen wir gut in Güemes an und fühlen uns gut versorgt, beim in mehrfacher Hinsicht guten Hirten und Herbergsvater Ernesto.

Starten hinter Gittern, enden in der Freiheit

Wer früh aufsteht kommt nicht unbedingt schneller los. Die Klostertore sind geschlossen und wir zwischen Kloster und Straße ausgesperrt. Also erstmal Frühstück für Jonathan.

Danach ein ewig langer Strandspaziergang. Und dann an der Fähre, die mitten am Strand hält die Überraschung: unsere Mitpilger. Wir hätten also doch ausschlafen können.

Dann aber können wir starten. Plan ist: erstmal 20km bis Noja und dann weiter sehen. Dort angekommen entscheiden wir, weitere 8km gehen noch. Und los. Es ist heiß und stürmisch, aber unser Ehrgeiz hat uns gepackt. Nach zwei weiteren Stopps ist klar. Wir wollen es schaffen. Güemes, so wie alle anderen. Total geschafft aber stolz kommen wir um halb acht Abends an und beim gemeinsamen Abendessen die zweite Überraschung: Gene und Hannah, die Koreanerinnen.

Aber nun zur Herberge. Pater Ernesto erbaute die Herberge in einem Zeitraum von über 30 Jahren auf dem Grundstück seines Elternhauses mit Freiwilligen Helfern. Sie ist ein Sozialprojekt, dass nicht nur Pilgern dienen soll. Das regionale Gefängnis ist beteiligt an Hilfsprojekten in Guatemala und der gesamte Betrieb läuft auf Spendenbasis. Er nennt seine Herberge einen Baum. Die Wurzeln sind die Volunteers. Dir drei Äste bilden die Pilger, das Gefängnis und die Hilfsprojekte.

Auch hier gibt es kleine Zimmer mit 4 Betten. Leckeres Abendessen für alle und wer schon mittags ankommt kann auch mitessen.

Für Jonathan hatten wir einen ganz besonderen Spielkameraden. Isaac, der 5jährige Sohn eines der Volunteers hatte große Freude ihn zu bespaßen und mir Spanisch beizubringen.

Die wahren Helden von Güemes
  • Ort: Güemes
  • Unterkunft: Albergue del Abuelo Peuto
  • Kosten: Spendenbasis (auch 4er Zimmer vorhanden)

22km Islares -> Laredo – Natur und Eindrücke

Die Morgenstimmung nach 1h wandern.
Das macht Mut! Anfeuern aus der Nachbarschaft.

Wir erreichen Liendo. Ein Pilgerfreund wünscht uns alles Liebe! Das sind immer nette Wünsche, die Mut machen zum weiterlaufen.

Unser Wanderführer weiß später von vier Varianten nach der Dorfkirche. Unsere Empfehlung ist der Einfachheit halber den Markierungen zu folgen und man ist somit auf 21b, auf mehr braucht man als Fußpilger nicht zu achten.

Wichtig ist es die Steilküste und den entsprechenden Ausblick mitzunehmen, also vor der Dorfkirche rechts halten.

Rückblick auf eine Bucht

Zusätzlich blüht hier die Wiese, sodass Alpenflair mit Meeresküste wieder optimal zusammen passt.

Blumenwiese mit Meeresblick + Anja!
Fantastische Aussichten …

 

… die man nicht verpassen sollte, also auf jeden Fall Liendo nach Nordosten (rechts) verlassen.

Feiern hinter Klostermauern

Der heutige Tag will nicht so recht angehen. Aber dank des guten Cafés im Hotel schaffen wir auch die lange Betonpiste. Unser Ziel für heute: Laredo. Eine Herberge der Franziskaner mit Doppelbetten lässt uns erneut Mut fassen, ohne Planung und Telefonate los zu ziehen und auf das Pilgerglück zu vertrauen.

In Laredo angekommen finden wir die Herberge nicht, landen dafür bei der Konkurrenz: dem Nonnenkloster, die auch ein Doppelzimmer haben. Trotz strikter Schließzeiten entpuppt sich der Abend als sehr herzlich. Unser Zimmer ist nahe des Aufenthaltsraumes, so dass wir beide, nachdem Jonathan eingeschlagen ist, gemeinsam mit 4 lustigen Chicas , 2 sympathischen Iren, 1 schüchternen Italiener und 4 flexiblen deutschen Jungs Wein trinken können. Salut!

Ein bisschen erschrocken scheint Jonathan von der Kutte
  • Ort: Laredo
  • Unterkunft: Herberge Casa de la Trinidad (Monjas Trinitarias)
  • Kosten 10 € pP im DZ

Panoramaweg im Sternenlicht

Wandern unter Sternenhimmel

So früh sind wir bisher noch nie losgekommen. Der Panoramaweg an der Meeresküste ist auch bei Dämmerung ein Traum. Der erste längere Tunnel auf der Strecke. Einheimische Nintendo Fans suchen den Mario Pilz unter der Muschel.

 

 

Ist der Power-Pilz …
… irgendwo hier im Tunnel verborgen?

 

 

 

 

 

 

 
Morgendlicher Videoeindruck.

Continue reading “Panoramaweg im Sternenlicht”

Agur Baskenland

Mit neuen Kräften stehen wir am Ostermontag vor Sonnenaufgang auf und wandern zunächst entlang einer Panoramaroute entlang der Küste. Der Ausblick hilft, sich nach der Pause wieder an die Wanderschuhe zu gewöhnen.

Die Route wirf später etwas langweilig entlang der Bundesstraße. Ein erhoffter Kaffee am Vormittag bleibt uns auch verwährt, was an unserer Stimmung aber nicht kratzt. Vor allem Jonathan ist sehr gut drauf und in den Pausen voller Freude.

Schnell kommen wir in der Provinzhauptstadt Castro Urdiales an. Eine wundervolle Badestadt, in der sich ein Aufenthalt lohnt. Für uns aber zu früh an diesem Tag. Es zieht uns weiter!

Am Ende des Tages landen wir in Islares. Wir haben ein Zimmer im Hotel an der Bundesstraße. Eher ein Motel, aber ganz schöne Zimmer. Die Doppelzimmer in den Blechhütten auf dem Campingplatz, die für Pilger 10€ pP kosten scheinen aber auch ganz gut zu sein, so daß man dort eine günstigere Unterkunft für Babywanderer bekommen könnte. Wie auch immer, die Abendsonne am kleinen Strand des Ortes beendet den Tag auf harmonische Weise.

  • Ort: Islares
  • Unterkunft: Hostal Restaurante Arenillas telf: 942860766
  • Kosten: 50 € im DZ

Sonntag ist Sabbat

Wir sind begeistert vom gestrigen Strand und der Qualität der Unterkunft und entscheiden einen Ruhetag einzulegen.

Felsen im Morgenlicht
Aussicht aus dem Fenster der Ferienwohnung

Bei der Aussicht am nächsten Morgen, lässt man sich gerne überzeugen noch einen Tag länger zu verweilen.

Ein freudiges und überraschendes Wiedersehen mit Wanderfreunden vom ersten Wandertag!
Unten Restaurant, oben und nach hinten Ferienwohungen. Unser Quartier in Pobeña

Das Ehepaar, welches wir am Jaizkibel getroffen hatten, treffen wir in Islares in der Strandbar erneut und wir tauschen uns beim  Kaffee etwas aus.

Dieser Strand hat uns zum Verweilen überredet ….

 

Wir fühlen uns von der Natur geliebt und genießen erneut eine wunderbare Strandpause.

 

 

 

Später des Tages nutzt Anja die Ebbe und entdeckt einen schönen Strandort dort.

Auszeit mit Surferfeeling

Meine Füße schreien nach Pause. Wie es sich für Ostersonntag gehört sind die Umstände ideal für eine Auszeit. Pension mit eigener Küche, Traumstrand vor der Nase und schönstes Frühlingswetter zum chillen. Dank Ebbe wate ich knietief mit Jonathan in der Trage durchs Wasser und erreiche eine idyllische Bucht. Hab geschaut, Wasser ist noch ablaufenden, also keine Gefahr, nicht mehr zurück zu kommen.

Der Pirat Jonathan erobert die einsame Insel
  • Ort: Pobeña
  • Apartamentos Mugarri in Pobeña
  • Kosten: zw 60-90 € pro DZ je nach Saison

 

Ostersamstag die Wolken schwinden

Obwohl wir sonst ein eingespieltes Team sind, läuft heute morgen gar nichts gut und wir starten die Wanderung nicht gemeinsam, sondern nacheinander.

Glücklicherweise hält der Zustand nur kurz an und ca. 1h später treffen wir uns in einem Cafe auf dem Weg und sind uns wieder über den weiteren gemeinsamen Weg einig.

Unser gestriger Eindruck von Bilbao: Ein Phallus mitten in der Stadt!
Das erste Mal seit dem Start dieser Tour: Es könnte regnen …

 

 

Der erste düstere Wettereindruck. Vielleicht kann ich den neuen regenponcho heute mit Jonathan zusammen testen?

Auch das gehört zum Weg. Laufen in der Stadt. Aber wie immer, wer mit offenen Augen läuft, entdeckt auch im Detail etwas Schönes, zum Beispiel “einen blühenden Seitenstreifen.”

Lichtblicke im Großstadt-Grau …
Der Weg neben der Straße

Dennoch sind wir froh die Stadt zu verlassen und in eine schönere Umgebung zu gelangen.

 

Nach Bilbao – Hier kann die Seele wieder aufatmen
Ankunft am schönen Strand

Kreuzweg wird zum Luxuspilgern

Karfreitag. Wir starten in der Jugendherberge mit guter Laune und das erste Mal mit einer Horde anderer Pilger, die sich aber schnell entzerrt. Das Wetter ist bedeckt, perfekt um Strecke zu machen. Wir entscheiden deshalb nach 15km bei Bier, Wurst, Käse und netten Mitpilgern noch weitere 5 km bis Lezama zu wandern.

Wegen der Ostertage spricht sich schnell das Gerücht rum, alles im Umkreis von Bilbao sei ausgebucht. Wir sind guter Dinge und hoffen auf gutes Gelingen, wie bislang immer.

Leider holt uns diesmal die Realität ein. Nach 20km Wandern, Bus nach Bilbao, klappern wir 2 Touriinfos ab, telefonieren mit einigen Pensionen, bis Jan sich genervt zu Fuss und ohne Gepäck aufmacht.

Er hat ” Glück”:  Um 17h haben wir eine der letzten Unterkünfte im Außenbezirk ergattert. Novotel für 135 €.

Mir wäre ein Heuschober lieber gewesen.

Positiv: Wir bekommen eine Tortuga für Jonathan geschenkt. Wir werden auf deutsch begrüßt und das inkl. Frühstücksbuffet, welches durch viele vitaminreiche Ergänzungen keine Wünsche offen lässt.. Mal sehen, was uns für die Nacht auf Ostersonntag erwartet. Wir versuchen zuversichtlich nach vorn zu schauen und genießen die Badewanne im eigenen Badezimmer 😉

Jonathan und das Buffet im Novotel. Zitrusfrüchte rocken!

Jonathan mag Orange und Ananas. Das merken wir uns für daheim …